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Auch konnte man Online-Spiele gegen andere Benutzer spielen, Software auf
den eigenen Rechner übertragen und sich mit den anderen Benutzern, die auch
gerade mit dem Rechner verbunden waren, unterhalten (chatten).
Aus Sicht der Mailbox-Benutzer (der
User) war die wichtigste Person in einer Mailbox
der Sysop (sprich: "Sühsop",
System Operator). Denn er entschied über das wichtigste: den
Userlevel und damit über die Zugriffsrechte.
Da pro Telefonleitung der Mailbox immer nur ein User eintreten konnte, wurde
jedem Benutzer nur eine bestimmte Online-Zeit pro Tag zur Verfügung gestellt.
Auch die Anzahl der Anrufe pro Tag wurde in den Zugriffsrechten festgelegt.
Als Anreiz für eine aktive Mitarbeit in der Mailbox winkten höhere Userlevel
mit weniger Einschränkungen. Zur Arbeitsaufteilung ernannten viele Sysops
besonders aktive User zu CoSysops, die mit weitreichenden
Rechten ausgestattet waren und so viele Aufgaben in der Mailbox, wie z.B.
das Aufräumen der Nachrichtenbereiche, das Verbessern von Datei-Beschreibungen
oder die Pflege der Benutzerdaten, erledigen konnten. Der CoSysop-Status war
somit etwas ganz besonders und heiß begehrt, wenn er auch manchmal mit einiger
Arbeit verbunden war.
Die Faszination einer Mailbox lag in
der Fülle der Kontakte, die man durch sie knüpfen konnte und von denen viel
Neues zu erfahren war. Man lernte Menschen kennen, mit denen man sonst nie
in Kontakt gekommen wäre und die im Unterschied zum Internet-Chat auch in
der Nähe gewohnten, da Ferngespräche damals noch sehr teuer waren.
Wegen der räumlichen Nähe der User kamen
auch ab und zu Usertreffen (sog. UTs, sprich:
"UhhTees") zustande. Diese Veranstaltungen hatten immer etwas besonders,
da man nun die Vorstellungen über seine Mailbox-Kollegen meist völlig über
den Haufen werfen musste. Da man sich ja nur aus der Mailbox kannte wurden
meist Namenschilder (häufig auch beschriftete Diskettenaufkleber)
mit den Pseudos getragen, um die Kontaktaufnahme zu erleichtern.
Diese Eigenschaften machten eine Mailbox
zu einem virtueller Treffpunkt an den man sich zu jeder Zeit
(naja, wenn eine Leitung frei war) begeben konnte,
um sich mit netten Leuten zu unterhalten, Informationen und Software auszutauschen
und Spass zu haben.
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